Weit weg, lang her...

Ein Wassertropfen, zart und rein,
wollt nicht mehr in der Wolke sein,
er fällt hinab, ein Regenguss,
sein Leben dir erzählen muss.
Ein Junge in der Sehnsucht weinte,
weil sein Liebste, wie er meinte,
gänzlich seinem Blick entschwunden,
doch war er nicht ungebunden,
sie war fort, in fremden Lande,
doch verband sie der Liebe Bande,
die beiden in ihren Herzen tief,
wobei jedes nach dem andren rief,
der Junge sitzt in einem Zuge,
und schreibet, der andren zum Truge,
einen Text gar fein und zart,
eine Träne in seinem Bart,
die dort keiner kann erblicken,
sollen sich nicht an ihr erquicken,
der Junge steigt nun aus dem Wagen,
große Wolken sich aufragen,
Regen, der fällt nun hernieder,
findet eine Träne wieder,
nimmt sie mit sich, in vollem Fluß,
die Freude sie erleben muss.
Ein Rinnsaal Wasser auf der Strasse,
grad genug für ein Glase,
ein Kind, voll Freude springt hinein,
eines Strahles Freudenschein,
das Wasser rinnt, in breiten Bache,
hält sich an der Strasse Krache,
die Trän den Fluss entlang nun schwimmt,
kleine Wogen, Meereswind?
Sie geht hinüber in das Meer,
Wellen brechen an einem Wehr,
sie schwimmt nun in den Ozean,
kommt an ferner Küste an,
die Sonne heiß, nem Ofen gleich,
die Trän verdunstet, geht in Luftes Reich,
sie wird als Wolke neu geborn,
hat aber ein wenig von sich verlorn,
der verlorne Teil, im Rohr er fliesst,
im Wasserhahn, der es vergiesst,
du stehst im Bade, benetzt die Lippe,
der Tropfen, im Kusse gleich, auf einer Wippe,
küsst dich in unverholner Freud,
spürst, es ist was andres heut,
steigst in die Dusche nun hinein,
wünscht ich würde bei dir sein,
ein weitrer Tropfen, sanft und zart,
trifft auf deine Haut, die hart,
und nicht wie sonst die weiche ist,
weil nen Teil des Herz du misst,
der Tropfen streift dich, benetzt die Haut,
ein Schauer, der in dir graut,
ein bekanntes Gefühl hast du entdeckt,
dann hat es sich vor dir versteckt,
ein wenig Zeit ist nun vergangen,
hast nun feuerrote Wangen,
stehst dort draußen, liesst die Zeilen,
willst nur kurz noch weilen,
die Träne sieht dich voller Glücke,
ne Wolke schließt die Himmelslücke,
die Träne will nicht mehr Trauer sein,
und regnet zart nun auf dich ein,
du spührst die Nähe hier und dort,
dann ist der Schauer wieder fort,
eine Träne der Liebe hat dich berührt,
die du mir hast mein Herz verführt

6.9.09 21:20

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen